Sonntag, 19. Januar 2014

[Rezension] Es wird keine Helden geben - Anna Seidl


Titel: Es wird keine Helden geben
Autor: Anna Seidl
Genre: Jugendbuch
Verlag: Oetinger
ISBN: 9783789147463

Klappentext
Berührend, fesselnd, unfassbar: Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?
Das großartige Debüt von Anna Seidl, die erst 16 Jahre alt war, als sie diese aufwühlende Geschichte geschrieben hat: eine intensive Auseinandersetzung mit den Folgen eines Amoklaufs für die Überlebenden, mit Schuld und Trauer, schonungslos erzählt.

Über den Autor

Anna Seidl, 1995 in Freising/Bayern geboren, dachte sich schon als Schulkind eigene Geschichten aus. Heute ist sie freie Autorin und lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen in der Nähe von Frankfurt. 

Cover
Das Cover dieses Jugendbuches sticht alleine dadurch ins Auge, das es nur den Titel in recht großer Schrift aufgedruckt hat. Abgesehen von dem Wort "Helden" ist es in einem knalligen Rot gehalten. Da man vom Klappentext erfährt, das es eine Schießerei gegeben hat, steht die Farbe wahrscheinlich für das Blut was vergossen wurde. Es sticht schon sehr ins Auge und man nimmt es dadurch neugierig in die Hand.

Schreibstil & Spannung
Die Autorin redet nicht lange drumherum, wann wird direkt mit der Situation des Amoklaufes konfrontiert. Die Charaktere sind so ausgearbeitet das man sofort einen Bezug zu Ihnen findet. Die Zeit die die Kinder in der Schule verbringen und alles hautnah miterleben ist so detail genau beschrieben das man richtig mitleidet.
Den Schmerz, die Angst, Verzweiflung kommen in jeder Zeile des Buches hervor. 
Spannung pur von der ersten Seite an. Die Autorin schafft es eine Welt zu erschaffen in die man sich sofort hinein versetzt fühlt, man leidet mit den Protagonisten richtig mit

Meine Meinung

Man verliert Freunde, Klassenkameraden und auch seine große Liebe. Man ist so hilflos, kann nichts machen als es anzusehen und versuchen sich selber in Sicherheit zu bringen.

Das Leben der jungen Miriam ist komplett aus den Fugen geraten, sie hat keinen halt mehr und weiß nicht, wie sie weitermachen soll. Die Familie steht zwar hinter ihr, aber wirklich nachvollziehen kann die das Geschehene nicht.
Das Buch beschreibt die Situation des Amoklaufes, den Schockmoment, die Zeit der Angst währenddessen. Die Verzweiflung, den Freunden nicht helfen zu können und die Hilflosigkeit. Dieser Abschnitt ist kurz und heftig gehalten. Mehr Wert wird im restlichen Buch auf die Zeit danach gelegt. Wie geht man mit einer solchen Situation nur um, an die man nie im Leben gedacht hat?
Die Autorin beschreibt ganz toll den Zusammenhalt in der Familie, Mobbing unter Schülern und das schlechte Gewissen von manchen, die in solchen Fällen nur als Mitläufer dabei sind, um nicht ausgestoßen zu werden. Was mir gut gefällt sind die kleinen Rückblicke. Man bekommt so auch einen tollen Eindruck wie es Miriam vor dem Amoklauf ging, was für ein fröhliches Mädchen sie war!
Ebenso wird erzählt, wie Miriam nach und nach den Weg zurück zum Alltag findet, neue Freunde bekommt und einfach wieder ein fröhliches Leben führen kann, parallel zur Trauer die leider immer wieder hochkommen wird.

Fazit
Ein klasse Buch was einen nachdenklich stimmt, zu Tränen rührt, und doch Hoffnung verbreitet!

Sterne

5/5

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