Mittwoch, 23. Juli 2014

[Rezension] Oben ohne Die Entscheidung zu leben - Evelyn Heeg







Preis: 4,75€ [D, Buch]
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (12. August 2010)
ISBN-10: 3596181976
ISBN-13: 978-3596181971
Meine Wertung: 5/5









Meine Entscheidung gegen den Brustkrebs

Sie ahnte es schon lange, bis ein Test die Gewissheit bringt: Evelyn Heeg hat die genetische Veranlagung für Brustkrebs. Doch die junge Frau nimmt den Kampf auf und entscheidet sich zu einem radikalen Schritt: die komplette Entfernung beider Brüste. Sie findet einen Spezialisten in München, der die Operation übernimmt und ihre Brüste aus körpereigenem Gewebe wieder rekonstruiert. Aber wird der Eingriff gelingen? Wird Evelyn sich hinterher noch als Frau fühlen? Wie werden Freunde, Familienangehörige und Kollegen reagieren? Unterstützt von ihrem Mann Tino, geht Evelyn ihren eigenen Weg.

Evelyn Heeg, geboren 1975, studierte in Ludwigsburg und Freiburg Chemie, Mathematik und Biologie. Seit 2000 arbeitet sie als Lehrerin an verschiedenen Schulen bei Freiburg.



Dieses Buch bekam ich eher zufällig. Biographien sind eigentlich nicht mein Genre. Aber dieses Thema finde ich sehr wichtig, man wird jeden Tag damit konfrontiert und so fand ich, es wäre eine gute Möglichkeit mal aus der Sicht einer betroffenen Frau etwas zu erfahren.
Ich muss sagen, dieses Buch ist sehr bewegend.
Evelyn Heeg erzählt die Geschichte Ihrer Familie, das verlieren der Angehörigen durch Brustkrebs in verschiedene Generationen und Ihren Umgang damit. Sie hat einen sehr angenehmen Schreibstil, erzählt sehr viele Details so das man das Buch nicht aus der Hand legen mag.
Der Leser möchte erfahren, wie sie mit all den Situationen umgeht, wie es ihr ergeht und die das Umfeld auf ihre geplante Operation reagiert.
Den augenscheinlich ist Evelyn eine kerngesunde junge Frau die noch alles vor sich hat. Doch die Angst an Brustkrebs zu erkranken spielt eine sehr zentrale Rolle in Ihrem Leben. So verlor sie schon Verwandte an dieser tückischen Krankheit und mag nun herausfinden, ob sie auch träger ist.
Es beginnt eine sehr anstregende Zeit. All die Untersuchungen, das warten auf die Ergebnisse, das zusammenleben mit Ihrem Mann, es gestaltet sich sehr schwierig.
Man merkt diese Angst, dieses Unsicherheit, aber auch den festen Willen es zu erfahren, um dann Maßnahmen zu ergreifen.
Maßnahmen, die glaube ich keiner nachvollziehen kann, der sich nicht in einer solchen Situation befindet.
So legt sie sich auf den OP Tisch, um sich die Brüste abnehmen zu lassen. Diese werden zwar rekonstruiert, doch wie wird sich das auf ihr weiteres Leben auswirken?
Dieses Buch schafft es, dem Leser einiges an Hintergrundwissen näher zu bringen was man bisher gar nicht so erfahren hat. Doch ist es kein rein medizinisches Buch. Eine sehr gute Mischung aus Gefühlen, vor allem die Angst, das zusammenhalten von Freunden und Familie, den Partner an der Seite und die heutigen Möglichkeiten der modernen Medizin.
Dadurch das es abwechselnd aus der Sicht von Evelyn und Tino geschrieben ist erfährt man auch Gefühle und Gedankengänge des Ehepartners. Diese sind hier auch nicht zu unterschätzen.
Es wird auch nichts schön geredet so ala mach die OP und alles ist gut. So etwas ist kein Spaziergang und das wird hier auch sehr deutlich bewusst gemacht. Schmerzen und daraus resultierende Gereiztheit stellen das Paar auf eine harte Probe.

Ein Buch, welches guten Einblick in dieses Krankheitsbild gibt und die Entscheidung, wie es dann weitergehen soll. Es wird nichts beschönigt, sondern realistisch dargestellt.


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