Donnerstag, 5. März 2015

[Blogtour] Heldentage - Helden des Alltags


Willkommen zur Blogtour
"Heldentage"
von Sabine Raml

Vom 2.3.-9.3.2015 berichten verschiedene Blogger über dieses, wie ich finde, besondere Debüt von Sabine Raml. Begleitet uns, lasst eure Gedanken da, wir freuen uns über darüber!

Nachdem ihr nun schon einiges über das Buch „Heldentage“ & Autorin Sabine Raml erfahren habt, möchte ich euch heute gerne ein wenig tiefer mit auf Reisen nehmen.

Ein Stück die Gesellschaft beleuchten, einzelne „Helden“ des Alltags heraus heben, und ja....
auch ein wenig das Bewusstsein schüren mit offenen Augen durchs Leben zu gehen, nicht wegzuschauen.

Ich habe mir die Frage gestellt, was man unter meinem Thema verstehen kann.
In dem Buch „Heldentage“ geht es um ein junges Mädchen, welches eine Last zu tragen hat, unter dem manch einer schon bei dem Gedanken fast einknicken würde.
Das schlimme daran ist eigentlich, das „Lea“ mit diesem Schicksal nicht alleine ist.
Doch woher nehmen manche Menschen die Kraft, mit vielen Hindernissen, Steine die einem in den Weg gelegt werden, zu überwinden und mit hocherhobenem Kopf durch die Welt zu gehen?

Ich persönlich kenne einen jungen Mann, auf den das Thema „Helden des Alltags“ sehr gut passen könnte.

Dies ist seine Geschichte aus meiner Sicht:
Julian ging damals in die Klasse meines Sohnes, ein kleiner Raufbold, alles gut und dann kam der Zusammenbruch und mehrere Wochen Krankenhausaufenthalt.
Erst war mir noch gar nicht so bewusst was die Diagnose für den kleinen Kerl bedeuten würde, das kam erst Jahre später.
Auch ich bin eher oberflächlich mit der Krankheit „Zucker“ umgegangen, hat es mich selbst ja nie betroffen.
Einige Jahre später, unsere Kinder sollten auf die Weiterführende Schule wechseln und der Kontakt vertiefte sich zwischen den Jungs und auch ich bekam immer mehr mit, mit welchem Aufwand man bei der Diagnose „Zuckerkrankheit“ dabei ist.
Gerne erkläre ich euch mal anhand von einem Beispiel, wie unterschiedlich man seinen Alltag plant.
Sommer 2014
Marc plant einen Schwimmbadbesuch
- packt Badehose, Handtuch, Duschzeug – fertig wir können los :-)
Julian will mit und plant seinen Besuch
- packt Badehose, Handtuch, Duschzeug und nun kommts - Wasserfestes Pflaster, neuen Katheter, Blutzuckermessgerät und natürlich die Not-BE ein. Das neben dem Umziehen auch noch Katheterwechsel und Co auf dem Plan steht muss ich nicht erwähnen oder?

Julian hat eine Insulinpumpe, die ihn über Tag mit dem lebensnotwendigen Medikament versorgt.
Im Hintergrund weiss niemand, das Julian bei jedem Eis, jedem normalen Mittagessen, ja eigentlich bei fast allem, alles genau berechnen muss, wieviel BE er spritzen muss, damit er nicht über- oder unterzuckert. Gerade Schwimmbadbesuche sind da immer sehr schwierig zu planen, da Julian dann seine Pumpe entfernt, doch aber auch sonst.
Ich selber bin 36 Jahre und habe eine solche Hochachtung vor dem 12 jährigen Kerl, der sein Leben meistert, als wäre es völlig normal, dauerhaft mit einem Katheter im Bein zu leben, den regelmässig zu wechseln. Vielleicht nicht immer alles machen zu können, was andere Kinder lange und ausgiebig zelebrieren. Und doch, Julian ist ein Junge mit starker Persönlichkeit, der vollkommen über den Dingen steht, sicher auch mal darüber nachdenkt, wie es anders wäre.
Aber er weiss, das er seine Situation nicht ändern kann und ich glaube auch, das er aus seinen Erfahrungen sehr gewachsen ist. Ich muss ehrlich gestehen, ich wüsste nicht, wie ich als Mama mit der Situation umgehen würde.
Ich glaube auch seinen Eltern hat es Kraft gegeben, das sich das engere Umfeld darauf eingestellt hat. Wir wissen, was wir im Notfall zu tun haben, schauen beim Einkaufen  mittlerweile automatisch auf die Inhaltstabelle.
Wenn man nun bedenkt das Julian mit 12 Jahren fast alles alleine bewältigt, ist er für mich derzeit mein „Held des Alltags“.

©Sandra Bielawski
Ein anderer Aspekt ist auch hier die Gesellschaft, woher nimmt ein Mensch die Kraft, woher zieht er die Energie, die nicht immer leichte Zeit zu überstehen, Ängsten zu trotzen?

Wie schon oben angedeutet, was mir das Anfangs gar nicht so bewusst war, manches nimmt man nicht wahr, weil man einfach nicht nachdenkt, viel zu sehr mit sich selbst beschäftig ist.
Ja, auch ich dachte auch schon mal "oh Gott nun stell dich mal nicht so an" als seine Mama, schon wieder mal in der Schule war. Aber ich bin ehrlich, heute hasse ich mich dafür das ich den Gedanken hatte und so oberflächlich war.

Warum?
Ich hab mich damit auseinander gesetzt und eines gemerkt:
1. Es bricht sich niemand einen Zacken aus der Krone, wenn man auch mal jemanden unterstützt, und sei es in dem Fall nur eben mal Bescheid zu sagen, welchen Kuchen es in der Schule gibt, damit das Kind, wie alle anderen Kinder auch davon essen kann und nicht so ausgegrenzt wird.
Warum soll man jemandem Steine in den Weg legen, wenn es durch einfache Handlungen, die absolut keinen Aufwand bedeuten, doch um ein vielfaches leichter leben kann?

2. Jederzeit, absolut jederzeit, kann man selber in einer solchen Situation stecken, in der man froh wäre, eine helfende Hand zu bekommen. Eine, die einem gereicht wird, weil es selbstverständlich ist.

Um wieder zum Buch zurück zukommen, hier gibt es auch aufmerksame Menschen, Freunde die nicht einfach wegschauen, sondern da sind, und auch als bekannt wird, was alles passiert ist, sich nicht abwenden, oder sich gar zurück ziehen und den „Freund“ seinem Schicksal überlassen.
Und doch fragt man sich, wie hat Lea es geschafft, sich trotz der Umstände zu einem so tollem Menschen zu entwickeln, einem Menschen der in jungen Jahren schon so ein schweres Päckchen zu tragen hat?

Lea ist wie Julian, der Sohn meiner nunmehr besten Freundin und Blogkollegin Sandra.
Eine Frohnatur, die das beste aus dem macht, was einem das Leben bietet.....

           Helden des Alltags leben ihr Leben!

Und wir halten die Augen auf & reichen eine helfende Hand, wenn sie benötigt wird!
                                                                Frage des Tages!
Kennt ihr vielleicht auch Helden des Alltags?

Morgen geht es bei unserer Blogtour von Heyne fliegt bei Nicole von www.favolas-lesestoff.ch weiter. Sie hat auch ein spannendes, informatives Thema für euch vorbereitet.Also unbedingt reinschauen.

An dieser Stelle noch mal vielen Dank an Sabine Raml, die mich mit ihrem Debüt noch mal tief in die Vergangenheit katapultiert hat und mir so auch Stückweit geholfen hat, über Vergangenes nachzudenken & aufzuarbeiten.
                                                                                                    Danke

Kommentare:

  1. Hallo und guten Morgen,

    sorry leider kenne ich keinen Helden des Alltags. Vielleicht andere Leser..

    LG..Karin...

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    1. Liebe Karin, das ist aber schade....vielleicht kennst du ja doch welche, sie geben sich nur nicht als Helden zu erkennen. Wahre Helden sind ja oft still und bescheiden. Ich wünsche dir (und allen anderen Lesern) einen heldenhaft schönen Tag.
      Liebe Grüße, Sabine

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  2. Hallo Katja & Sandra,

    ich habe eine gute Bekannte, die für mich eine Heldin des Alltags ist. Neben ihrer regulären Arbeit engagiert sie sich in ihrer Freizeit noch für Flüchtlinge, die in den Flüchtlingsunterkünften untergebracht werden und kümmert sich um sie. Diese Engagement finde ich großartig und es ist sicherlich psychisch alles andere als leicht, sich mit dem Leid und dem Kummer der Menschen auseinander zu setzen.

    Also Hut ab!
    LG Desiree

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    1. Liebe Desiree,
      da gebe ich dir Recht, das ist eine tolle Sache, und erfordert viel Mut sich auch den ganzen Vorurteilen zu stellen. Ist sicher nicht sehr einfach!

      LG Katja

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    2. Wunderbar....es gibt sie also doch, die Helden des Alltags;-)
      Hut ab!

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  3. Hat nicht geklappt, dann noch mal :-D
    ich kenne auch ein paar Helden des Alltags. Gute Freunde oder auch meine Familie sind für mich solche Helden. Sie sind immer da, wenn sie gebraucht werden. Das macht sie für mich zu Helden. Ich denke Alltagshelden sind für jeden Menschen andere Personen. Entweder solche, die für einen persönlich da sind, oder eben für die Allgemeinheit, wovon man ja immer wieder hört!
    Liebe Grüße,
    Kathi

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  4. Hallo,

    für mich sind die Menschen, die z.B. ehrenamtlich in einem Verein arbeiten die Helden des Alltags. Ich finde es toll das es Menschen gibt die ihre Freizeit opfern um anderen Menschen zu helfen. Meist stille, aber doch wahre Helden :)

    LG
    SaBine

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  5. Hallo!
    Ja ich kenne Helden des Alltags!Mehrere haben hier keinen Platz und ich möchte eine Gruppe hier hervorheben.Es sind auch ehrenamtliche Helfer hier bei uns im Dorf.Zwei Frauen die ursprünglich eine Suppenküche für Bedürftige gründen wollten.Heute gibt es keine Suppenküche sondern eine Tafel die Lebensmittel an Bedürftige verteilt.Es gibt Lebensmittel, Kleidung,Spielzeug usw.Wer nicht mobil ist dem wird sogar was nach Hause gebracht.Vor einiger Zeit musste ich diese Hilfe auch in Anspruch nehmen,da wir von Hartz 4 Leben mussten.Alle die dort helfen sind für mich Helden des Alltags.Heute gebe ich Dinge gerne dort ab,weil ich weiß das Sie da ankommen wo es benötigt wird!! LG Marina

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  6. Hallo,
    toller Beitrag :)
    Auch mein Sohn hatte in der 5. Klasse einen Freund, der ebenfalls an Zucker leidet und genau wie Du beschrieben hast, war es immer der Wahnsinn zu beobachten, mit welcher Leichtigkeit er das Leben meistert. Auf einem Kindergeburtstag oder selbst wenn er nur zum Spielen bei uns war, hat er alles unter Kontrolle gehabt und sein Mutter ihn regelmäßig per Handy gefragt. Auch er war ein "Wilder" was zur Folge hatte, dass er die 6. Klasse dann die Schule gewechselt hat ...
    Aber auch die vielen Ehrenamtlichen, gerade im Hospiz und den Palliativstationen verdienen vollsten Respekt. Es gibt so viele Helden, und man sollte wirklich mehr darüber nachdenken!

    LG
    Nicole

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