Sonntag, 8. März 2015

[Rezension] Sommer unter schwarzen Flügeln - Peer Martin





  • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
  • Verlag: Oetinger
  • erschienen am: 20. Februar 2015
  • ISBN-10: 3789142972
  • ISBN-13: 978-3789142970
  • Preis 19,99€
  • Meine Wertung: 5/5


Klappentext
Ein Buch, das die Augen öffnet: verstörend, poetisch, engagiert. Nuri kommt aus Syrien und lebt im Asylbewerberheim. Calvin wohnt nur wenige Häuser weiter und ist Mitglied einer rechten Jugendgang. Als sie sich kennenlernen, erzählt Nuri ihm von ihrem Heimatdorf am Rand der Wüste und von dessen Schönheit. Doch dann kamen die Schwingen des Bösen und legten sich über das ganze Land. Je mehr Calvin über das Mädchen mit den dunklen Augen erfährt, desto mehr verliebt er sich in sie. Calvin möchte seine Gang verlassen - doch so einfach entkommt er seinen alten Freunden nicht. Eine ergreifende Liebesgeschichte inmitten sozialer Konflikte, voller Poesie und Schönheit. Ein schmerzhaft ehrliches Gesellschaftsporträt mit einer "Romeo und Julia"-Geschichte eigener Art.


LESEPROBE

Autor
Peer Anders Martin wurde 1968 in Hannover geboren. Nach einem Studium der Sozialpädagogik arbeitete er mehrere Jahre mit Jugendlichen in Berlin, Brandenburg und Vorpommern, zuletzt auf der Insel Rügen. Diese Erfahrungen und die Gespräche mit einem syrischen Freund brachten ihn schließlich dazu, seinen ersten Roman niederzuschreiben, der auf vielen langen Spaziergängen an den Stränden der Ostseeküste entstand, wo er die Geschichte zuerst der geduldigen Hündin Lola erzählte. Inzwischen lebt er mit seiner Frau, drei Kindern und Lola in Quebec.


Meine Meinung

An dieses Buch habe ich mich mit sehr gemischten Gefühlen gewagt. Alleine der Klappentext des Buches erzeugt ein leichtes Beklemmunggefühl und man kann wohl kein heiteres und lustiges Buch erwarten. 
Aber so ist es im wirklichen Leben wohl auch. Es ist nicht immer alles leicht und gradlinig. Hürden bauen sich auf die man meistern muss. Hoffentlich ist dann jemand an der Seite der zu einem steht und helfen kann.

Was ich ganz toll finde ist der Schutzumschlag. Durchsichtig und der Titel des Buches aufgedruckt hebt er sich somit von allem ab, was ich bisher in der Hand gehalten habe. Super! Die Farben harmonieren sehr gut zusammen und es ist ein ruhiges Bild.

Zu Beginn eines jeden Kapitels gibt es diverse Zitate aus Gesetzen, Bestimmungen oder Organisationen, die den Kern des Buchinhaltes betreffen. Jeweils eins, was eher aus der NPD oder anderen rechtsorientierten Bereichen stammt und das andere eher friedlich aus Bibel oder Zitate aus Syrien. So merkt man auch direkt die Gegensätze der Jugendlichen.

Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein. Calvin, ein deutscher Junge, hier aufgewachsen und steht absolut zu seinem Land. Das zeigt er auch sehr deutlich nach außen durch Kleidung und Tätowierungen. Seine Freunde sind nicht besser und so ziehen sie als Gang durchs Viertel und versuchen die "dreckigen Ausländer" zu vertreiben.
Eine von diesen Flüchtlingen ist Nuri, lebt in diesem Stadtteil und hat einfach nur Angst. Normalerweise würden sie nie miteinander ein Wort wechseln, aber wie der Zufall es bestimmt finden die beiden zusammen.

Sie wissen, das es nicht sein darf, das es gegen all seine Überzeugungen und bisherigen Handlungen ist. Nuri weiß zuerst nicht genau, wen sie vor sich hat, bekommt es aber recht schnell zugetragen und ist trotz allem von dem Jungen fasziniert.
Die beiden beginnen sich heimlich zu treffen und merken, das sie Gefühle füreinander entwickeln. Doch wo soll das alles nur hinführen? Es beginnt ein Versteckspiel, was am Ende wirklich bis zum Tod führen könnte. Denn man steigt nicht einfach aus, man lässt seine Kumpel nicht zurück um mit einer Asylantin was anzufangen. Deutschland soll rein bleiben! Hat ihre Liebe eine Chance???

Der Autor hat hier einen Roman geschaffen, den man nicht einfach lesen und abhaken kann. Er bewegt einen bis tief ins innere, lässt einen fassungslos zurück. Man hat nicht nur einmal Tränen in den Augen beim lesen und weint mit den Charakteren mit. 

Calvin und Nuri, sie könnten nicht verschiedener sein und trotzdem sprechen sie die selbe Sprache. Die Sprache namens Liebe! Sie versuchen alles, um ein gemeinsamen Leben zu erreichen. Doch schnell merken sie, das es nicht so einfach geht wie sie es sich vorgestellt haben.
Nuri erzählt von Syrien, vom Krieg, vom Leid und all den schlimmen Dingen, die ihr und ihrer Familie widerfahren sind. Calvin hört es sich an, versucht zu verstehen. Doch eigentlich macht er genau das selbe in Deutschland wie andere in Syrien. Ich habe zwischendurch den Eindruck er schämt sich auch für die Dinge, die er getan hat.

Man bekommt beim lesen einen sehr reellen Eindruck was alles im Krieg passiert, wie Familien zerrissen werden, man sich für Seiten entscheiden muss. Die Angst die man hat spürt man auf jeder Seite der Erzählungen.

Es wird abwechselnd von Nuri und Calvin erzählt, viele Situationen erlebt man so von beiden Ansichtweisen was einen tollen Leseeindruck hervorruft. Der Schreibstil ist leicht und flüssig und man hat keinerlei Probleme den Geschehnissen zu folgen. Man bekommt in diesem Buch auch einige Infos zu dem syrischen Krieg die man bisher gar nicht so genau hatte. Es wurde gut recherchiert um die Hintergründe näher zu erläutern.

Dieses Buch ist, wie im Eingang schon beschrieben, keine leichte Kost und ich würde es nicht vor 16 Jahren, lieber sogar erst ab 18 Jahren empfehlen.

Fazit
Bewegend, zerstörend, absolut tiefgründig und einfach nur schlimm.

Sterne
*****

1 Kommentar:

  1. Ich freue mich schon so sehr auf das uch, und deine Rezi hat mich grade zu angeheizt es so schnell wie möglich zu lesen.

    LG Piglet ♥

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