Sonntag, 7. Juni 2015

[Interview] Antonia Günder-Freytag im Gespräch


Liebe Leser,

heute darf ich euch wieder eine Autorin vorstellen. Nachdem ihr gestern schon bei Mirjam von Mirjams verrückte Bücherwelt mehr über den Fantasyroman der Autorin erfahren habt, werden wir nun etwas privater.


Antonia Günder-Freytag

© Antonia Günder-Freytag

Liebe Antonia,

vielen Dank das du dich meinen neugierigen Fragen stellst.
Magst du dich meinen Leser vielleicht kurz vorstellen?

Gerne. Ich bin als Nesthäkchen in einer sehr großen und alten Familie in München aufgewachsen. Nach meiner Schulzeit, die ich teilweise in einem Schloss bei Nonnen, genauer gesagt, bei Ursulinen verbracht habe, bin ich viel gereist und habe teilweise für Jahre im Ausland gelebt. In Spanien war ich der Liebe wegen am längsten, in Irland war ich oft, da dort mein Vater wohnte. Schlussendlich bin ich sesshaft geworden, habe zwei Söhne bekommen und habe angefangen zu schreiben.

Antonia, wie genau bist du eigentlich zum Schreiben gekommen?

Ein Geschichtenerzähler war ich schon, kaum, dass ich drei Worte aneinanderreihen konnte. Irgendwann gingen mir die Leute aus, die mir ihr geneigtes Ohr schenkten. Heißt im Kurztext, meine älteren Geschwister haben gesagt, ich solle die Klappe halten und nicht nerven. Ich habe dann angefangen, meine Geschichten aufzuschreiben, da war ich fünf. Hat aber niemanden von der Socke gehauen. Da habe ich eben meine Geschichten mir selbst erzählt.
In der Schule, endlich, durfte ich wieder schreiben. Da kamen die ersten Gerüchte auf, dass ich sicherlich mal Schriftstellerin werden würde. Das hat mir sehr geschmeichelt, sagte es mir doch, dass ich eines Tages reich und berühmt werden würde.
Dann kam das Leben und alles wurde anders. Erst als ich meine Söhne bekam und ihnen erneut selbsterfundene Geschichten erzählte, war es wieder für mich klar, dass ich die mal aufschreiben würde. Allerdings hat das eines Tages auch noch seine Zeit gebraucht, da man mit zwei kleinen Kindern, nicht unbedingt über das verfügt, was sie zu viel Freizeit nennt. Ich habe aber immer viel gelesen und mir meine Gedanken, über das gemacht, was ich da lese. Erst später habe ich mich vorsichtig mit Kurzgeschichten an das Schreiben gewagt, viele Bruchlandungen hingelegt, bevor ich es dann endlich geschafft hatte und sagen konnte: Ich habe ein Buch geschrieben und es wird sogar verlegt.

Deine Romane sind ja total unterschiedlich – einmal Fantasy und deine Krimis.
In welchem Genre bewegst du dich am liebsten, wenn du schreibst?

Schwierig zu sagen. Ich schreibe eigentlich durch die Bank weg, Alles. Fantasy finde ich toll, weil man sich seine Welt und seine Gesetzte selbst machen kann – mal richtig träumen und erfinderisch sein.
Krimis schreibe ich ebenfalls sehr gerne, weil man sich da mal seine fiesen Gedanken von der Seele schreiben darf und endlich alle umbringen, die man schon lange auf dem Kieker hatte.
Kinderbücher finde ich nach wie vor spannend, weil man so ganz anders denken muss.
Und last, but not least, Familiendramen schreibe ich auch unglaublich gerne, weil man sich so herrlich in die einzelnen Personen hineinfühlen kann.
Also kurz gesagt – ich habe kein Lieblingsgenre …

Wann kommen dir deine besten Ideen, für deine Bücher?
Was motiviert dich beim Schreiben?

Die besten Ideen kommen immer, wenn ich es überhaupt nicht brauchen kann. Wenn ich mir zum Beispiel gerade den Kopf zermartere, wie ich es bei meinem Krimi jetzt so hinbiege, dass der Täter noch einmal ungeschoren davon kommt, kann ich mit Sicherheit davon ausgehen, dass mir eine, bis dato vollkommen unbekannte Person, von ihrem Leben erzählt und erklärt, ich müsse ihre Geschichte aufschreiben.
Also die meisten Ideen kommen mir auf Reisen, oder auch einfach im Supermarkt. Wenn ich mir Gespräche zwischen Eheleuten anhöre, wundere ich mich, dass es nicht viel mehr Tote gibt.
Was motiviert mich? Ich denke mal, meine Leser. Der Anblick meiner Bücher hinter mir. Und meine Familie.

Es muss auch Auszeiten geben, um Kraft zu tanken, neue Ideen zu sammeln. Was machst du gerne wenn du nicht schreibst?

Am liebsten in der Sonne liegen und gar nichts tun. Geht natürlich nicht, wir leben ja in Deutschland. Also was mache ich sonst so? Ich male. (Leider im Moment zu wenig)
Ich liebe es Perlenschmuck anzufertigen, meinen Garten und mein Haus schön zu gestalten, ich reise immer noch sehr gerne. Und dazu und das ist es, was ich eigentlich am meisten mache, wenn ich nicht schreibe, oder mich sonstigen Verpflichtungen ergeben muss. Ich bin bei meinen deutschen Reitpony Arwen. Sie ist eine wirklich wunderbare Gesellschaft und mit ihr zusammen habe ich schon so manchen Fall gelöst. Ich würde mich so weit versteigen, dass ich behaupte, sie ist meine Muse.

© Antonia Günder-Freytag


Neue Projekte: Wir sind neugierig, wird es bald etwas Neues von dir zu lesen geben und wenn ja, kannst du uns schon etwas verraten?

Neue Projekte … Im Moment habe ich ein Kinderbuch bei einer Agentur unter Vertrag und hoffe natürlich sehr, dass es einen wunderschönen Verlag findet. Aber das wird es nicht sein, was meine Leser wissen wollen. Also: Der dritte Teil von der „Konrad von Kamm –Reihe“ ist fertig geschrieben und ich kann sagen, dass es der anstrengendste Teil war, den ich je geschrieben habe. Jetzt ist er gerade bei drei Testlesern und wird natürlich nächstes Jahr im bookshouse – Verlag erscheinen … Und dann habe ich noch ein paar Projekte „auf Halde“, um die es auch sehr schade wäre, würden sie in der Schublade verkümmern. Ein historischer Roman, ein Familiendrama und ein Fantasyroman …

Welches Buch liest du derzeit und hast du einen Lieblingsschriftsteller?

Ich lese gerade den letzten Teil einer vierteiligen Serie von Anonymus über seinen Helden, den Bourbon Kid. Das ist eine Mischung aus Roadmovie, Vampiren und Revolverhelden, für Fans von Tarantino geeignet. Sehr blutig, aber witzig.
Lieblingsschriftsteller? Soweit bin ich nie gekommen, da ich so viel lese und so sehr querbeet, dass ich mich nicht entscheiden könnte. Ich lese auch sehr viel Klassik und da habe ich wirklich einen Schriftsteller, den ich sehr bewundere: Tolstoi

Zeigst du uns deinen Arbeitsplatz?

Mein Arbeitsplatz macht mich sehr froh. Ich habe Platz, ich sehe ins Grüne. Um mich herum sind viel Nachschlagewerke und ganz viel kunterbuntes Zeug, das ich über die Jahre als „Talismänner“ gesammelt habe. Meine Männer haben mir tolle Sachen gegeben, Postkarten, Figuren, Rosenkranz, Kreuz, Pferdchen, merkwürdige Radiergummis, die zum Radieren viel zu schade sind. Also eigentlich ein liebevolles Durcheinander an der Seite – viel Papierkram habe ich allerdings nie neben mir liegen, da ich ohne Notizen auskomme und immer alles im Kopf habe. Darum bin ich am Ende einer Geschichte auch vollkommen kaputt und entwickele mich zu einer Art Matschbirne, die sich noch nicht einmal merken kann, wie der Geburtstag ihres Sohnes lautet.

© Antonia Günder-Freytag


Leserkontakt, Social Media und Co – Wie offen zeigst du dich deinen Lesern gegenüber?
Wo kann man dich finden?

Ich habe nichts zu verbergen und lasse meine Leser gerne wissen, was ich so treibe und an was ich schreibe, worauf sie sich, wenn ein Verlag ein Einsehen hat, freuen können. Allerdings halte ich auch nichts davon omnipräsent zu sein. Ich will ja auch nicht nerven. Ist manchmal schwer, da die Waage zu halten.
Jedenfalls versuche ich, meine Homepage auf den Neuesten Stand zu halten.
Auf facebook bin ich, für meine Verhältnisse schon recht rege.
Ebenso findet man mich auf Lovleybooks, bei Leserunden oder Ähnlichem.
Dann bin ich natürlich noch auf allen Seiten, die überhaupt etwas mit Lesen zu tun haben, vertreten, aber das macht jetzt nicht viel Sinn, die alle aufzuzählen. Wen es interessiert, man findet mich einfach mit der Namenssuche. Ob „Auf was liest du?“, oder Twitter oder was weiß ich …

Möchtest du die Gelegenheit nutzen und deinen Lesern etwas sagen?

Ich möchte mich bei meinen Lesern sehr herzlich bedanken. Das ist mir ein wahres Anliegen, denn ohne Leser, auch keine Autorin. Es hat mir riesige Freude bereitet, meine Geschichten endlich einem größeren Publikum erzählen zu dürfen. Auch wenn die Prognose – reich und berühmt – wahrscheinlich nie eintreffen wird, was mich jetzt allerdings auch nicht sonderlich traurig macht, freut es mich, dass ich durchs Schreiben Menschen kennengelernt habe, die meinen Weg begleiten und meine Geschichten mögen. Dafür möchte ich mich wirklich bedanken!

Liebe Antonia, vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen :-)

Liebe Katja, es hat mir ebenfalls sehr viel Freude bereitet, dass ich dir diese Fragen beantworten durfte. Der Schreiber ist ein schwatzhafter Mensch und freut sich doch immer, wenn er etwas über sich verlauten lassen darf. Ich habe mich zu bedanken!

Gewinnspiel

Natürlich gibt es auch wieder was zu gewinnen. Beantwortet mir einfach folgende Frage bis einschließlich 10.6.2015 als Kommentar unter diesem Beitrag.
Morgen geht es an dieser Stelle bei Sabrina von Binchens Bücher weiter. Den kompletten Fahrplan findet ihr hier.

Frage:  Wenn ihr ein Autoreninterview lest, was interessiert euch besonders, habt ihr zum Beispiel noch eine Frage die Antonia Günder-Freytag euch beantworten soll?

Gewinne:

1. Preis
Ein selbstgemaltes Bild "München" + eBook zur Blogtour (frei wählbar) im Wunschformat
© Antonia Günder-Freytag

2. Preis
Eine Fan-Tasse "Vatikan" & ein eBook zur Blogtour (frei wählbar) im Wunschformat
© Antonia Günder-Freytag

3. Preis
Ein Wunschbuch von Antonia Günder Freytag zur Blogtour ( frei wählbar) im Wunschformat


  • Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis des Erziehungs/Sorgeberechtigten
  • Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden(Gewinnerpost) und das ihre Adresse dem Verlag zwecks Gewinnversands übermittelt wird.
  • Keine Barauszahlung der Gewinne möglich
  • Keine Haftung für den Postversand
  • Versand der Gewinne innerhalb Deutschland - Österreich - Schweiz
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Kommentare:

  1. Hallo, dankeschön für das sehr interessante Interview. Mich interessiert ja besonders immer sehr die Frage, woher Autoren ihre Ideen für so schöne Bücher nehmen und allgemein der Entstehungsprozess eines Buches.

    daniela.schiebeck@t-online.de

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  2. Hallo,
    mich interessiert am meisten, wie Autoren recherchieren und woher sie ihre Ideen nehmen.
    Liebe Grüße

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  3. Huhu,
    ich finde immer spanenden wie bzw. wo sie arbeiten. Was sie selbst lesen.Und wo Infos zu den Bücher gesammelt werden.
    Liebe Grüße
    Ute

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  4. Hallo ,

    Vielen Dank für sehr innteressantes Interessantes Interview .
    Mich interessiert alles was spannend ist über Autor selbst und auch über Buch .
    Ich wünsche Dir schönen Nachmittag :)

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt
    margareta.gebhardt@gmx.de

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  5. Hallo und guten Tag,

    Danke für das interessante Interview.

    Nun vielleicht welches Ihr größer Fan bzw. auch Kritiker ist? Wo die Autorin möglicherweise auch schon mal etwas wegen diesem Menschen in ihrem Roman möglicherweise verändert hat?

    Schönen Sonntag und LG..Karin..

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  6. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  7. Huhu!

    Vielen Dank für das tolle Interview! Ich lerne Autoren gerne näher kennen und was eignet sich da besser, als ein Interview? Natürlich wäre ein persönliches Treffen noch viel aufregender, allerdings bin ich froh, dass es Menschen gibt, die sich die Mühe machen, ein Interview auf die Beine zu stellen :)
    Mich interessiert im Allgemeinen, woher Autoren die Ideen für ihre Bücher hernehmen, in welchen Situationen sie die besten Einfälle haben und was der Grund war, weshalb sie überhaupt mit dem Schreiben begonnen haben.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!
    Melanie

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  8. Hallo,

    mich interessiert immer sehr wie den so ein Autorenalltag aussieht und wie die Ideen zu den Büchern entstehen.

    Liebe Grüße
    SaBine

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  9. Einen schönen Guten Morgen :)

    Eure Interviews sind immer so schön ausführlich, dass bei mir eigentlich keine Fragen offenbleiben. :) Sehr interessantes und schönes Interview!

    Liebe Grüße
    Katharina

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