Donnerstag, 18. Februar 2016

[Rezension] All die schönen Dinge von Ruth Olshan





  • Hardcover
  • Seiten: 288
  • Verlag: Oetinger
  • erschienen am: Februar 2016
  • ISBN: 978-3789103711
  • Jugendbuch
  • Sterne: 5/5
  • Einzeltitel
  • Preis: 14,99€






emotional & authentisch

Klappentext
Tammie hat eine Vorliebe für Pistazieneis. Und für Sprüche. Genauer gesagt: für Sprüche, die auf Grabsteinen stehen. Ein etwas ungewöhnliches Hobby für eine 16-Jährige. Weniger ungewöhnlich wird es, wenn man weiss, dass Tammie ein Aneurysma im Kopf hat. Das hat es sich dort inmitten ihrer Synapsen bequem gemacht und kann jeden Moment explodieren. Oder eben nicht. Das ist die entscheidende Frage und um die kreist ziemlich viel in Tammies Leben. Erst als Tammie eines Tages auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, der an Grabsteinen rüttelt, ändert sich von Grund auf alles für sie. 
Autor
Ruth Olshan wurde 1970 in Moskau geboren. Ein Jahr später emigrierte die Familie nach Israel, 1974 kam sie nach Deutschland. Aufgewachsen in Berlin studierte Olshan über ein Stipendium in Leeds (UK) und Köln Filmregie und Drehbuch. Sie arbeitet als freie Autorin und Filmemacherin für Dokumentar- und Spielfilm. Für ihr Werk wurde Olshan mehrfach ausgezeichnet. Ihre Erfahrung als Drehbuchautorin und Filmemacherin bereichert ihr Schreiben von Kinder- und Jugendliteratur.

Meine Meinung
Als ich den Klappentext studierte dachte ich schon "okay, das wird sicher ein traurig, schönes Buch", doch was mich letzten Ende hier erwartete, hat meine Ahnung bei weitem übertroffen.

Bis dato kannte ich Autorin Ruth Olshan noch nicht, aber bereits die ersten Seiten sorgten für ein Magenkneifen im positiven Sinne. Meine Gedanken haben sich hier überschlagen, da schnell bekannt ist das Tammie ein Aneurysma (mit y) im Kopf hat, das eigentlich einer Zeitbombe gleicht.
Eindrucksvoll hat die Autorin hier die Jugendliche gezeichnet und mit ihren Beschreibungen einen sehr realistischen Jugendliche geschaffen, die sich ihre eigenen Gedanken zum Tod, bzw. zu ihrer Krankheit macht.
Total authentisch wird die Familiensituation aufgeklappt und dargestellt und doch muss man ja Leben, solange das "Ding" im Kopf nicht platzt.

Alles ändert sich, als Tammie auf Fynn trifft. Beide haben in dieser Geschichte eine Gemeinsamkeit, sie sich erst zum Ende herauskristallisiert, den Tod.
Ruth Olshan schildert anschaulich den Umgang über Verlust, erste Liebe, hochkochende Emotionen und vieles mehr.
Mit ihrer absoluten Tierliebe hat sie mich zusätzlich gepackt, ja, anders kann man es kaum sagen.
Ähnliche Situationen hatte ich erst vor einigen Wochen hier daheim, und so hat mich die Geschichte völlig gecrasht, ich hab geheult und geheult, vom Taschentuschverschleiß mal abgesehen.

Ruth Olshan hat in ihrem Buch glaubhaft Situationen beschrieben, die ich hier erst kürzlich an meine eigenen Kinder weitergegeben habe. Der Tod ist zwar ein Verlust, aber in unserem Herzen wird weitergelebt. Man muss zur richtigen Zeit loslassen können, alles andere ist eine Qual. Wer liebt, muss Entscheidungen treffen, auch welche die wehtun und einem das Herz rausreißen.

Die Autorin gibt hier an die Leser eine unglaublich wichtige Message mit, die sicher nachhaltig wirkt, wenn man das Buch sacken lässt.
Mich hat die Geschichte enorm berührt, sie überzeugte nicht nur mit einem enorm sicheren Schreibstil, sondern auch mit Witz und Verständnis.
Besonders herzlich Lachen musste ich auf Seite 102 (Zeile 14), aber wann die Kehrtwende kommt müsst ihr echt nachlesen.

Die Leser bekommen hier ein Buch mit Charme & Charakter, jugendlich leicht und glaubhaft aufgebaut. Eine wunderschöne, traurige Geschichte.

Fazit
Eines meiner 2016er Hightlights. Es hat mich abends beim Lesen total mitgenommen und weggecrasht.
Taschentücher bereithalten :-)

Absolute Leseempfehlung!

Sterne
*****

1 Kommentar:

  1. Hallöchen,
    so eine begeisterte Rezension habe ich noch gar nicht zu diesem Buch gelesen! :D Immer nur so "Ja das war gut" oder "Kann man lesen", daher war ich schon eher abgeneigt, aber deine Rezension lässt mich jetzt doch nochmal umdenken. Danke für diese anregende Rezension. :D

    Liebst, Lotta

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