Sonntag, 11. Juni 2017

[Rezension] Der Brief - Carolin Hagebölling


Der Brief: Roman von [Hagebölling, Carolin]



 Allgemeines zum Buch
  • Preis: 14,90€
  • Broschiert: 224 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • erschienen am: 09. Juni 2017
  • ISBN-10: 3423261463
  • ISBN-13: 978-3423261463







Klappentext

»Liebe Marie, jetzt haben wir schon so lange nichts mehr voneinander gehört. Wie geht es Dir in Paris?«

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen einen Brief, der alles in Frage stellt, was Sie bisher für real gehalten haben. Marie, Anfang 30, ist höchst irritiert, als sie die Zeilen ihrer alten Schulfreundin Christine liest. Darin ist von Maries Leben in Paris die Rede, von ihrem Mann Victor, dem erfolgreichen Galeristen, und von ihrer lebensbedrohlichen Krankheit. Tatsächlich erfreut sich Marie bester Gesundheit, arbeitet als Journalistin in Hamburg und führt eine glückliche Beziehung mit Johanna. Aber der mysteriöse Brief lässt Marie keine Ruhe. Kurz entschlossen reist sie nach Paris – und findet sich in einem Leben wieder, das ihr seltsam vertraut ist und mit dem sie sich auf unerklärliche Weise verbunden fühlt ...

Über ihren Roman ›Der Brief‹ sagt Carolin Hagebölling: »Ich wollte einen Roman schreiben, der nicht nur eine spannende und gefühlvolle Story erzählt, sondern auch existenzielle Fragen aufwirft: Sind die Dinge so, wie sie scheinen? Wo stellen wir die entscheidenden Weichen im Leben? Was wäre, wenn …?«

Cover
Mein erster Eindruck zum Cover? ich finde es toll! Das hat mich schon neugierig gemacht und ich habe den Rest von der Überraschungspost gelesen gehabt. 
Das Bild ist etwas unterteilt, ohne eine wirkliche Abgrenzung zu haben bzw es verschwimmt etwas ineinander. Unten auf dem Boden erkennt man den Unterschied um weiter oben ineinander zu verlaufen. 
Rechts und links sieht man jeweils zwei Städte, wobei ich, da ich nicht viel gereist bin, nicht sagen kann, welchem realen Ort sie ähneln. Aber sie scheinen recht gegensätzlich zu sein, wahrscheinlich wie die beiden Frauen die auf den beiden Brücken aufeinander zulaufen. 
Sie haben beide rote Mäntel an, das sticht schon ins Auge. Bin gespannt, ob das im Buch eine Rolle spielen wird und wenn ja, welche das sein wird. Vielleicht dass sie was gemeinsam haben obwohl sie sehr unterschiedlich sind? Werde mich überraschen lassen. 
Insgesamt schaut es aus als ob es ein Papier wäre was schon mal gefaltet wurde, Man erkennt quasi diese leichten Abnutzungserscheinungen wenn man etwas immer wieder auf und zufaltet und mit sich trägt. 
Der Titel ist in weiß als Relief auf hellblauem Hintergrund gehalten. Ich mag es wenn Buchcover nicht ganz eben sind, finde das gibt noch mal eine Besonderheit.

Meine Meinung
Informationen zu diesem Buch bekam ich unerwartet als Überraschungspost. Hatte vorher noch nichts davon gehört, las den beiliegenden Brief und Leseprobe und war begeistert. Dort gab es auch den Hinweis auf die Leserunde bei Lovelybooks und ich habe mich beworben.
Wie ich mich gefreut habe als ich paar Tage später die Nachricht bekam dass ich dabei sein darf brauche ich nicht beschreiben oder?
So, hier nun meine Meinung zu dem Buch:

Die Protagonisten sind liebevoll ausgearbeitet, haben Ihren Stärken und Schwächen und wurden so beschrieben, dass man ein Bild von Ihnen vor Augen hat. Hauptperson ist aber Marie.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Marie geschrieben, eine junge Frau, bodenständig, arbeitend, in einer Beziehung. Eine Person, wo man denkt, dass Sie sich nicht so schnell verunsichern lässt. 
Doch genau das passiert, als Sie den mysteriösen Brief erhält, auf den Marie sich keinen Reim machen kann und nun überlegt, wie man weiter vorgeht. Die Dinge die dort geschrieben werden kommen ihr seltsam vertraut vor und doch ist es keine Realität. Sie ist hin und her gerissen, steht zwischen den Stühlen, ist neugierig aber wohl auch etwas ängstlich. 

Vertrauen hat sie in Ihre Freundin Johanna, der sie davon erzählt. Man versucht eine logische Erklärung für das ganze zu finden was sich aber als schwierig heraus stellt. 
Aber schlussendlich siegt die Neugier und sie macht sich auf die Suche nach Christine, die ehemals beste Freundin aus Schultagen. Das ganze nimmt einen doch recht dramatischen Verlauf. 

Immer wieder tauchen an beiden Seiten Briefe auf mit Inhalt, den eigentlich keiner wissen kann. 

Der Schreibstil ist klasse, leicht und flüssig, man fliegt förmlich durch die Seiten. Das Buch ist in drei Hauptabschnitte unterteilt worden, die an verschiedenen Orten spielen. Diese sind wieder rum in einzelne Kapitel unterteilt worden, die eine ansprechende Länge haben und auch Abschnitte, wo man ggf auch mal Lesepause machen kann. Die Briefe die gewechselt werden, setzen sich gut ab und lockeren das ganze noch auf. 

Die ersten beiden Abschnitte sind absolut fesselnd, spannend, zum Teil nervenaufreibend und man kann das Buch nicht weglegen. Die Autorin schafft es hier perfekt, den Leser in den Bann zu ziehen und man muss einfach wissen, wie es mit Marie, Johanna und den Briefen weiter geht.
Doch dann kommt der dritte und letzte Teil.

Alles in allem hat mich der dritte Teil nun eher enttäuscht. Ich bekomme keine Antworten auf meine Fragen. Bin ein eher logisch denkender Mensch und nun habe ich keinen wirklichen Abschluss, sehr schade muss ich sagen. Es sind mir einfach zu viele Fragen offen oder ich denke anders als die Autorin. Hier hätte ich mir einen runderen, logischeren Abschluss gewünscht. Ich tauche beim lesen gerne in neue Welten ein, diese sollen bei mir aber ein Anfang und ein ordentliches Ende haben.

Nun sitze ich hier und bin verwirrt, das mag ich bei Büchern gar nicht. Aus diesem Grunde werde ich auch den Stern abziehen. Ein anderes, geschlossenes, logisches Ende und die Autorin hätte glatte 5 Sterne bekommen.

Fazit
Ein absolut fesselndes Buch was ich jedem ans Herz legen kann der mit offenene, nicht logisches Enden in Romanen gut zurecht kommt. Für jeden der das nicht mag wird es Enttäuschungen geben und man muss sich selber was zusammen reimen.

Sterne
****

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